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Verordnung für die Ausnahme in den Vorbereitungsdienst (Vikariat) sowie zur Warteliste

Vom 18. Februar 1997

(GVBl. 24. Band, S. 33)

Aufgrund von § 8 Abs. 2 des Kirchengesetzes über die Rechtsstellung und die Ausbildung der Vikare (Vikarsgesetz – ViG) vom 19. Mai 1994 (GVBl. XXIII. Band, 3. Stück, S. 47 ff.) sowie § 7 ViG in Verbindung mit Artikel 118 KO erlässt der Oberkirchenrat folgende Verordnung.
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§ 1
Antrag

( 1 ) 1 Der Antrag auf Aufnahme in den Vorbereitungsdienst wird in der Regel mit der Meldung zur Ersten theologischen Prüfung gestellt. 2 Er hat die verbindliche Mitteilung zu enthalten, zu welchem Termin der Bewerber oder die Bewerberin die Einstellung in das Vikariat beantragt.
( 2 ) Wird der Antrag zu einem späteren Zeitpunkt gestellt, kann er nur berücksichtigt werden, wenn er drei Monate vor dem Einstellungstermin beim Oberkirchenrat eingegangen ist.
( 3 ) In besonders begründeten Fällen kann der Oberkirchenrat einer Änderung des beantragten Einstellungstermins zustimmen.
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§ 2
Aufnahmeverfahren

( 1 ) Die Aufnahmevoraussetzungen sind in § 7 Abs. 1 ViG geregelt.
( 2 ) 1 Über die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst und in die Warteliste entscheidet der Oberkirchenrat. 2 Bei der Entscheidung hat der Oberkirchenrat insbesondere die Examensnote, weitere Tätigkeiten sowie Wartezeiten zu berücksichtigen. 3 Die Bewertung ergibt sich aus Absatz 3. Aufgrund dieser Bewertungen ist zur Vorbereitung der Entscheidung des Oberkirchenrats eine Reihenfolge festzulegen.
( 3 )
A.
Examensnote:
sehr gut
(55–57 P)
15 Punkte
(52–54 P)
14     ”
(49–51 P)
13     ”
gut
(44–48 P)
12     ”
(40–43 P)
11     ”
(36–39 P)
10     ”
(32–35 P)
  9     ”
Examensnote:
befriedigend
(28–31 P)
  8 Punkte
(23–27 P)
  7     ”
(19–22 P)
  6     ”
(15–18 P)
  5     ”
bestanden
(11–14 P)
  4     ”
(  6–10 P)
  3     ”
(  2–  5 P)
  2     ”
(minus 2 bis plus 1 P)
  1 Punkt
B.
Weitere Tätigkeiten:
1.
Promotion
  2 Punkte
2.
anderer Berufs- oder Studienabschluss
  2     ”
3.
Diakonisches Jahr
  1 Punkt
4.
Wehr-/Zivildienst
  1     ”
5.
Theologiestudium im fremdsprachigen Ausland, mindestens 1 Jahr
  1     ”
6.
Erziehungsurlaub/Erziehungsgeld1# pro Jahr
  1     ”
C.
Wartezeit je Jahr
  1 Punkt
D.
Beträgt die Zeit zwischen der Ersten theologischen Prüfung und dem Aufnahmetermin mehr als fünf Monate:
½ Punkt
1 Aus Abschnitt B, C und D können höchstens insgesamt 3 Punkte berücksichtigt werden. 2 Bei Punktgleichheit wird der oder die im Lebensalter Ältere berücksichtigt.
( 4 ) Es werden so viele Bewerbungen berücksichtigt, wie Ausbildungsplätze zum Aufnahmetermin zur Verfügung stehen.
( 5 ) Nach Abschluss der laufenden Prüfungen wird den Antragstellern mitgeteilt, ob sie zum beantragten Termin in den Vorbereitungsdienst aufgenommen werden.
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§ 3
Warteliste

( 1 ) Antragsteller, die nicht in den Vorbereitungsdienst aufgenommen worden sind, können nach § 8 Abs. 1 ViG in eine Warteliste aufgenommen werden.
( 2 ) Mit dem Bestehen der Ersten theologischen Prüfung, dem Antrag auf Aufnahme in den Vorbereitungsdienst und der Nichteinstellung zum beantragten Termin beginnt die Wartezeit.
( 3 ) Wenn ein angebotener Ausbildungsplatz nicht in Anspruch genommen wird, verfällt die Anrechnung der Wartezeit.
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§ 4
Übergangsbestimmung

Anträge für die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorlagen, werden nach den Richtlinien bewertet, die bei Antragstellung in Geltung waren.
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§ 5
Inkrafttreten

( 1 ) Diese Verordnung tritt am 1. April 1997 in Kraft.
( 2 ) Die „Richtlinien für die Bestimmung der Reihenfolge der Kandidaten auf der Warteliste“ vom 8. August 1991 (Rundschreiben Nr. 70/1991) treten gleichzeitig außer Kraft.

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1 ↑ Erziehungszeiten, die sich an die Zeit der Berechtigung des Bezugs von Erziehungsgeld anschließen, können bei Vorlage geeigneter Nachweise bis zu einer Gesamtdauer von drei Jahren angerechnet werden.